Aufgewachsen bin ich im Rhein/Main Gebiet, genauer gesagt in Gustavsburg. Zum Westernreiten kam ich Mitte der 80er Jahre durch meinen älteren Bruder, der in Bayern als Hufschmied arbeitet. Er ermöglichte mir 1987 nach Beendigung meiner Berufsausbildung (Werkzeugmacher, OPEL Rüsselsheim) auf seinem damaligen Hof am Chiemsee zu arbeiten. Dort bekam ich Zugang zu erstklassigen Cutting- und Westernpferden. Da mein Bruder selbst sehr erfolgreich Turniere ritt, wurde die Leidenschaft für diese Reitweise in mir geweckt.

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(Willi Ostiadal, AMERICANA Bronze Medaille-Gewinner  & Deutscher Meister Cutting 1989)

Zwar war ich von dem Können der älteren Pferde sehr beeindruckt, hatte aber noch viel größeres Interesse zu verstehen wie junge Pferde lernen und trainiert werden. 1989 bekam ich mein erstes eigenes Kundenpferd langfristig ins Training. Das war Shirley Quincy CH von Familie Honstetter, Liggeringen (Bodensee). Diese Stute stellte ich ein Jahr später 1990 in Aachen erfolgreich im DQHA Futurity Trail Finale der 5 -Jährigen vor. Shirley wurde anschließend ein solides Jugend All-Around Pferd für Arno Honstetter.

1991 wechselte ich vom Chiemsee an den Bodensee, arbeitete 5 Jahre für Honstetter Quarter Horses als Jungpferdetrainer und war für die Nachzucht von Keen Freckles zuständig. Dafür baute ich mir aus Holzzaunelementen einen Roundpen von 25m Durchmesser und verkleidete ihn mit Förderband. Starting Colts konnte für mich beginnen und weitere Trainingspferde von auswärtigen Kunden kamen. Westernrassen, Hafis, Warme, Kalte. Alles war dabei…und ich mitten drin. Zwischen 1990 – 1996 war ich dann jährlich in den USA um verschiedenen Trainern (Cutting) über die Schulter zu schauen.

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(1992 im Roundpen mit Arno Honstetter, der heute erfolgreicher NRHA – Trainer in den USA ist)

Als junger Mensch war ich natürlich von den dynamischen Cowhorse- Disziplinen wie Cutting & Reining beeindruckt und wollte so viel wie nur möglich darüber lernen und verstehen. Anfang der 90er ritt ich viele Cuttingklassen und konnte einige NCHA Open- Klassen gewinnen. Ein Highlight in dieser Zeit war für mich 1992 die Teilnahme bei der NCHA World Show in Houston/Texas. Und zwei Jahre später der Gewinn des NCHA Europameister -Titels auf Majors Montana.

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1992 NCHA World Show Houston/TX                   &    „Majors Montana“ 1994 NCHA Europameister

1997 wechselte ich nach Fronhofen/Oberschwaben und baute dort einen Trainingsbetrieb auf. Im selben Jahr wurde ich auf Bozo Rogers (damaliger Top Reining- Trainer der NRHA ) aufmerksam, der in Deutschland trainierte.  Sein Stil und der Umgang faszinierten mich. Er strahlte immer Ruhe aus und war total gefestigt. Da war kein Schaulaufen. Ich sah immer nur „helfende Hände“. Vor allem bei jungen Pferden. Ich bewarb mich nochmals als Co-Trainer, bekam den Job und durfte einige Monate für ihn Jungpferde in Schlüsselfeld trainieren und mit ihm reiten.

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Bozo Rogers, Cowhorsetrainer aus Texas arbeitete einige Zeit in Deutschland

Nach dieser Tätigkeit schickte er mir ein Großteil seiner Jungpferde (Kundenpferde) nach Fronhofen und förderte mich damals sehr. Er schenke mir und meiner Arbeit Vertrauen und dafür bin ich bis heute dankbar.                                                                                              „The colts you started for me last year, was the best started group i`ve ever had. Thank you for a great job“ (Bozo Rogers).  Namhafte Trainer machten das Gleiche und ich startete für etliche NRHA Profis und -Amateure Jungpferde. Zu dieser Zeit ritt ich von früh morgens bis spät am Abend Jungpferde ein. 15 Pferde am Tag waren normal. Als ein Großteil dieser Jungpferde  jedoch von Jahr zu Jahr früher zu mir kommen sollte, wuchs der Zweifel in mir Pferde immer früher zu starten. Ab dann lehnte ich es ab „Futurity – Pferde “ zu starten. Auch wenn ich fest der Meinung bin, dass Pferde frühzeitig auf das Leben als Reittier vorbereitet gehören, ist nicht jede Entwicklung die aus den USA, kommt für mich nachahmenswert. Im Umgang mit Pferden sollte man seinen Werten treu bleiben. Erfolg nicht um jeden Preis!

1996 importierte ich einen kleinen Jährlingshengst (Little Remedy Chexs, Sohn von Docs Remedy) aus Kalifornien, da ich selbst Pferde züchten wollte um eigene Turnierpferde zu haben. Die (damals) neuen Jungpferdeklassen der EWU waren wie für mich geschaffen. Hier konnte ich meine Arbeit zeigen und hatte jedes Jahr neue junge Pferde, die ich dort vorstellen konnte.

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Die EWU wurde „meine Bühne“ und dort sah ich schon vor Jahren tolle All- Aroundpferde.  Westernriding – Trail – Superhorse – Horsemanship.  Und wieder sah ich QH, Hafis, Araber, Warme, Kalte, Dicke und Dünne. Und da schon Bozo Rogers zu mir sagte „Finde das Richtige für jedes Pferd“, war für mich klar, dass ich mein Training vielseitiger und abwechslungsreicher gestalten möchte. Ich trainierte meine Pferde und meine Schüler für die verschiedensten Disziplinen und wollte auch hier wieder verstehen und vermitteln können, was für das jeweilige Pferd „das Richtige“ ist.

Immer mehr erkannte ich,  dass Reining für mich nicht die Königsdisziplin ist, da mir das All Around Training mehr individuelle Vielseitigkeit für das jeweilige Pferd ermöglichte. 2000 wurde ich erstmals mit Little Remedy Chexs Open All Around- Champion auf einem Westernturnier und gewann noch die bundesweite Jahreswertung im Trail & Reining der EWU. In den folgenden Jahren kamen zahlreiche Titel und Medaillengewinne in den verschiedensten Disziplinen bei Landes – und Deutschen Meisterschaften hinzu.

Wie trainiere ich sinnvoll Trail?  Wie komme ich zur Min